Die Heilige Rita zu beten bedeutet, sich an eine Frau zu wenden, die die schlimmsten Schmerzen der menschlichen Existenz erfahren und dennoch einen unerschütterlichen Glauben bewahrt hat. Heute wird sie auf der ganzen Welt als Heilige der hoffnungslosen Fälle verehrt, als diejenige, die man anruft, wenn alles verloren scheint. Doch warum diese Verehrung? Warum wenden sich so viele Christen - und sogar darüber hinaus - vertrauensvoll an sie? Die Antwort liegt in ihrer Geschichte, den Gnaden, die sie erlangt, und der Nähe, die sie ausstrahlt.
Ein von Leid und Treue geprägtes Leben
Die heilige Rita von Cascia wurde nicht in eine leichte Geburt hineingeboren. Sie wurde jung mit einem gewalttätigen Mann verheiratet und trauerte dann über den tragischen Tod ihres Mannes und ihrer beiden Söhne. Zunächst wurde sie von dem Kloster, in das sie eintreten wollte, abgelehnt und musste zwischen verfeindeten Familien Frieden aushandeln, bevor sie schließlich akzeptiert wurde. Später in ihrem Ordensleben trug sie eine Wunde auf der Stirn, die einem der Dornen in der Krone Christi glich, als Zeichen ihrer mystischen Vereinigung mit den Leiden des Erlösers. Sie erlebte Einsamkeit, Unverständnis und Krankheit, aber sie lehnte sich nie auf. Zur Heiligen Rita zu beten bedeutet also, zu einer Frau zu beten, die das Unglück erlebt hat, ohne sich von ihm besiegen zu lassen. Sie versteht die menschliche Not, weil sie sie erlebt hat, und ihre Treue zu Gott macht sie zu einer mächtigen Fürsprecherin.
Die Heilige der unmöglichen Fälle
Die Heilige Rita ist vor allem als die Heilige der unmöglichen Fälle bekannt. Das bedeutet nicht, dass sie systematisch Wunder garantiert, sondern vielmehr, dass sie um Hilfe gebeten wird, wenn alle menschlichen Lösungen versagt haben. Sie wird für medizinisch unerklärliche Heilungen gebetet, für unverhoffte Familienversöhnungen, für Frieden in verhärteten Herzen oder auch dafür, eine Tür zu öffnen, wo alles verschlossen scheint. Die Zeugnisse erhörter Gebete sind zahllos. In ihrem Heiligtum in Cascia, Italien, erzählen Tausende von Briefen und Votivtafeln von Gnaden, die gegen alle Erwartungen empfangen wurden.
Ein Gebet des Vertrauens, keine Magie
Die Heilige Rita zu beten ist keine magische Formel. Es ist ein Akt des Vertrauens. Es bedeutet, zu akzeptieren, dass es keine menschliche Lösung gibt, und unsere Ohnmacht Gott durch die Fürsprache einer Frau anzuvertrauen, die weiß, was das bedeutet. Es bedeutet nicht nur, um ein Ergebnis zu bitten: Es bedeutet, sich zu trauen, mit Hilfe der Heiligen Rita zu Gott zu sagen: "Ich vertraue Dir, auch wenn ich es nicht verstehe". Es bedeutet manchmal auch, die Kraft zu erhalten, die Prüfung anzunehmen, in ihr ein Licht, einen Frieden, eine Unterstützung zu finden.
Eine Hoffnungsfigur für alle
Was die Heilige Rita den Herzen so nahe bringt, ist ihre Menschlichkeit. Sie ist keine distanzierte Heilige, die in den unerreichbaren Himmel erhoben wurde. Sie ist eine verletzte Ehefrau, eine trauernde Mutter, eine Ordensfrau, die in ihrem Fleisch gezeichnet ist. Sie verkörpert eine demütige, zugängliche, im Alltag verankerte Heiligkeit. Sie ist eine Zuflucht für diejenigen, die niemanden mehr haben, mit dem sie reden können, für diejenigen, die das Leben gebrochen hat, für diejenigen, die weinen, hoffen oder sich einfach nur festhalten.
Wann und wie betet man zu ihr?
Die Heilige Rita kann in jeder Situation gebetet werden, in der Stille eines Zimmers, in einer Kirche oder am Fuße ihrer Statue. Es gibt aber auch spezielle Gebete: Novenen, Litaneien oder das berühmte Rosengebet. Am 22. Mai, ihrem Namenstag, feiern viele Pfarreien Messen zu ihren Ehren. Man kann ihm ein persönliches Anliegen anvertrauen oder für jemand anderen Fürsprache einlegen. Es ist üblich, eine Kerze anzuzünden, eine Rose niederzulegen oder einfach sein Herz zu öffnen.
Ein Zeugnis lebendigen Glaubens
Die Popularität der Heiligen Rita lässt sich nicht nur durch Tradition oder Wunder erklären: Sie beruht auf einer persönlichen Beziehung, die Millionen von Gläubigen zu ihr haben. Für viele wird sie zu einer Freundin, einer Vertrauten, einer großen Schwester im Glauben. Zu ihr zu beten bedeutet, anzuerkennen, dass es selbst inmitten des Chaos Wege zum Frieden gibt, dass Gott immer zuhört, selbst wenn die Stille schwer zu wiegen scheint. Es bedeutet, sich durch die Frau, die bis zum Ende zu lieben wusste, hoffnungsvoll hinzugeben.
Die Heilige Rita zu beten bedeutet, einen Atem in der Nacht, ein Licht im Schatten, eine Stärke in der Zerbrechlichkeit zu finden. Sie ist eine Brücke zwischen unserem Schmerz und der Hoffnung Gottes. In einer Welt, in der sich so viele Menschen verlassen, unverstanden oder hilflos fühlen, bleiben ihr Beispiel und ihre Fürsprache eine Quelle des Trostes. Sie erinnert uns daran, dass es nie zu spät und nie sinnlos ist zu beten, dass Gott selbst in den hoffnungslosesten Fällen noch eine Tür öffnen kann. Und wenn sich diese Tür nicht so öffnet, wie wir es uns vorstellen, hilft uns die Heilige Rita, das Vertrauen zu bewahren und trotz allem in Frieden zu gehen.