Was ist eine Novene?
Das Wort "Novene" stammt vom lateinischen Wort novem, das "neun" bedeutet. Eine Novene ist ein Gebet, das an neun aufeinanderfolgenden Tagen wiederholt wird und oft mit einem bestimmten Anliegen verbunden ist. Es ist eine sehr alte Form der Frömmigkeit, die ihren Ursprung in den neun Tagen des Gebets hat, die die Apostel und die Jungfrau Maria zwischen der Himmelfahrt Christi und Pfingsten verbrachten. Diese Zeit des Wartens und der Fürbitte wurde von der Kirche geheiligt und ist zu einem Vorbild für beharrliches Gebet geworden.
Heute werden Novenen oft gebetet, um eine besondere Gnade zu erbitten, einen Heiligen zu ehren, sich auf ein liturgisches Fest vorzubereiten oder einfach, um den Glauben zu stärken.
Wie macht man eine Novene??
Eine Novene zu machen bedeutet nicht, einfach ein Gebet neunmal zu beten. Es ist eine Verpflichtung des Herzens. So können Sie eine Novene voll und ganz leben:
Absicht wählen: Bevor Sie beginnen, sollten Sie Ihre Absicht klar formulieren: eine Heilung, eine Bekehrung, einen Arbeitsplatz, inneren Frieden usw.
Die Form der Novene wählen: Einige Novenen sind sehr kodifiziert, wie die Novene der Heiligen Rita, des Heiligen Josef oder des Heiligsten Herzens. Man kann online Hefte oder Gebete finden. Andere sind persönlicher und können mit Psalmen, Meditationen, dem Rosenkranz usw. selbst zusammengestellt werden.
Neun Tage hintereinander beten: Das Wichtigste ist die Regelmäßigkeit. Man betet jeden Tag, am besten zur gleichen Zeit. Man kann eine Kerze anzünden, eine Gebetsecke einrichten, das Evangelium lesen oder ein kleines Fasten oder eine Spende damit verbinden.
Zuversichtlich abschließen: Am Ende der neun Tage ist es gut, zu danken, auch wenn die erbetene Gnade nicht sofort eingetreten ist. Der Glaube lehrt, dass jedes aufrichtige Gebet erhört wird.
Welche spirituelle Bedeutung hat eine Novene?
Eine Novene zu begehen, bedeutet, einen aktiven Glaubensweg zu beschreiten. Sie lädt uns zu Ausdauer, Vertrauen und Demut ein. Sie hilft uns, unsere Anliegen in die Hände Gottes oder seiner Heiligen zu legen, nicht als Zauberformel, sondern als Akt der Hingabe und der Liebe.
Einige bezeugen spektakuläre Gnaden, andere eine innere Veränderung, einen wiedergefundenen Frieden oder ein neues Licht auf ihr Leben. Ob sie nun eine sichtbare oder unsichtbare Gunst erlangt, eine Novene verändert immer denjenigen, der sie im Glauben betet.
Wann sollte man eine Novene machen?
Es gibt keinen "obligatorischen" Zeitpunkt, aber bestimmte Zeiten eignen sich besonders dafür:
- Zur Vorbereitung auf ein Fest (Bsp. Novene zur Unbefleckten Empfängnis, zu Weihnachten...)
- Vor einer wichtigen Entscheidung
- In einer Zeit des Leidens oder des Zweifels
- Um einen Angehörigen in der Prüfung zu begleiten
- Als Danksagung, um Gott oder einem Heiligen zu danken
Eine immer noch aktuelle Praxis
Novenen sind keine Gebete aus einer anderen Zeit. Ganz im Gegenteil, sie entsprechen einem tiefen Bedürfnis nach Stabilität, Regelmäßigkeit und spiritueller Vertiefung. In unserer schnelllebigen Welt bieten sie einen Raum zum Innehalten und zur Gemeinschaft mit Gott. Sie ermöglichen es auch, Verbindungen zwischen Gläubigen zu knüpfen: Viele beten Novenen zu mehreren, in der Familie, unter Freunden oder über Netzwerke.
Schlussgebet
Sehr geehrter Herr Jesus,
Du, der du versprochen hast, diejenigen zu erhören, die im Gebet verharren,
Lerne mich, im Glauben zu beten,
Mich nicht zu entmutigen, wenn alles still zu sein scheint,
Aber neun Tage und sogar länger weiterzumachen,
Zuversichtlich an deine Tür zu klopfen.
Durch die Fürsprache der Heiligen,
Erhöre die Bitten, die ich dir anvertraue,
und mache mein Leben zu einem treuen Lobpreis deiner Gnade.
Amen.