Der heilige Ambrosius, auch bekannt als Ambrosius von Mailand, war eine der herausragendsten Persönlichkeiten der Kirche im vierten Jahrhundert. Ambrosius wurde um 340 n. Chr. in Trier, im heutigen Deutschland, geboren und stammte aus einer hochrangigen Familie. Sein Vater war Präfekt von Gallien, was ihm eine reiche Bildung und eine beneidenswerte soziale Stellung sicherte.
Die Geschichte seines Lebens nimmt eine bedeutende Wendung, als sein Vater stirbt. Die Familie kehrte nach Rom zurück, wo Ambrosius seine klassische Ausbildung fortsetzte und Anwalt wurde. Sein Ruf als außergewöhnlicher Redner und Rhetoriker erregte die Aufmerksamkeit von Kaiser Valentinian II, der ihn zum Statthalter der Provinz Ligurien und Emilia mit Mailand als Hauptstadt ernannte.
In Mailand nahm Ambrosius' Leben eine wichtige spirituelle Wende. Zu dieser Zeit war die Kirche von theologischen Konflikten geplagt, und der Bischof von Mailand war gerade verstorben. Eine gespaltene Menge versammelte sich in der Basilika, um einen Nachfolger zu wählen. Ambrosius, obwohl er noch ein Katechumene war, war anwesend, um für Ordnung zu sorgen. In diesem Moment ruft ein Kind "Ambrosius episcopus!" ("Ambrosius ist Bischof!") und markiert damit Ambrosius' unerwarteten Aufstieg zum Bischof von Mailand.
Angesichts dieser unerwarteten Verantwortung begann Ambrosius ernsthaft mit seiner theologischen Ausbildung und empfing die Taufe. Sein Eifer für die Kirche und seine Hingabe an den christlichen Glauben führen dazu, dass er zu einem der Väter der westlichen Kirche wird. Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung der Orthodoxie gegen die arianische Häresie, die die volle Göttlichkeit Christi leugnete.
Ambrosius ist auch für seine Rolle bei der Bekehrung von Augustinus von Hippo, einem der größten christlichen Denker, bekannt. Er übte einen tiefen Einfluss auf Augustinus aus und ermutigte ihn, das Christentum anzunehmen und selbst zu einer der Säulen der christlichen Theologie zu werden.
Als Bischof bemühte sich Ambrosius um soziale Gerechtigkeit und setzte sich für die Rechte der Armen ein. Er nutzte seine Position, um mit den zivilen Behörden zu verhandeln, und setzte sich für die Schwächsten ein. Sein Engagement für Nächstenliebe und Barmherzigkeit inspiriert viele Generationen von Christen.
Ambrosius' Werk beschränkt sich nicht auf seine pastoralen Tätigkeiten. Er war auch ein produktiver Schriftsteller und Redner. Seine Predigten, Briefe und theologischen Abhandlungen hinterließen einen unauslöschlichen Eindruck auf das christliche Denken. Zu seinen bekanntesten Schriften gehören "De officiis ministrorum" und "De sacramentis". Seine Liturgie und seine Hymnen, darunter der Hymnus "Te Deum", bereichern auch heute noch die Liturgie der Kirche.
Der heilige Ambrosius starb am 4. April 397 n. Chr. in Mailand. Sein Erbe lebt durch seine Schriften und seinen Einfluss auf die christliche Theologie fort. Kurz nach seinem Tod wurde er kanonisiert und wird als einer der großen Heiligen der katholischen Kirche verehrt. Sein Leben, das von Bekehrung, hingebungsvollem Dienst und der Verteidigung des Glaubens geprägt ist, inspiriert weiterhin Gläubige auf der ganzen Welt.