Der heilige Römer, eine Symbolfigur der Klostergeschichte und der christlichen Spiritualität, verkörpert die Tugenden der Hingabe, Disziplin und Nächstenliebe. Er wurde im 5. Jahrhundert in der Region Gallien geboren und wird oft als Römer von Condat oder Römer der Große bezeichnet, um ihn von anderen Heiligen mit demselben Namen zu unterscheiden.
Schon in jungen Jahren zeigte Romain ein tiefes Interesse am religiösen Leben und widmete sich dem Studium der Heiligen Schriften und dem Gebet. Als Erwachsener beschloss er, sich in die Einsamkeit der Jura-Berge in der Nähe der Stadt Condat zurückzuziehen, wo er ein Leben in Askese und Kontemplation führte. Dort gründete er das Kloster Condat, das später zu Ehren seines Nachfolgers, des heiligen Claudius von Besançon, als Kloster Saint-Claude berühmt wurde.
Die von ihm aufgestellte Mönchsregel ist für ihre Strenge und Einfachheit bekannt. Sie legte den Schwerpunkt auf das Gebet, die Handarbeit und die Nächstenliebe gegenüber den Armen. Unter seiner klugen Führung blühte das Kloster auf und zog viele Schüler an, die nach spirituellem Leben suchten.
Der Ruhm des heiligen Römers beschränkte sich jedoch nicht auf seine Klostergründung. Sein Ruf als heiliger und weiser Mann zog die Aufmerksamkeit der kirchlichen Autoritäten seiner Zeit auf sich. Er wurde häufig als Berater von Bischöfen und Fürsten herangezogen, und sein Wort wurde sowohl wegen seiner spirituellen Tiefe als auch wegen seiner politischen Weitsicht respektiert.
Unter den zahlreichen Geschichten und Anekdoten, die sich um das Leben des heiligen Römers ranken, wird häufig von seiner prophetischen Gabe und seinen Wundern berichtet. Es heißt, er habe die Macht gehabt, Kranke zu heilen, Stürme zu beruhigen und sogar Dämonen zu vertreiben. Diese Geschichten, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden, zeugen von der Verehrung und Bewunderung, die ihm das christliche Volk seiner Zeit entgegenbrachte.
Nach einem Leben, das er ganz Gott und dem Dienst an seinen Brüdern und Schwestern gewidmet hatte, entschlief der heilige Römer friedlich in seinem Kloster, umgeben von seinen Schülern. Sein Andenken bleibt in der Tradition der Kirche lebendig, und sein Beispiel inspiriert weiterhin Generationen von Christen auf der Suche nach Heiligkeit und Wahrheit.
So bleibt der heilige Abt Romain ein spirituelles Leuchtfeuer, dessen Licht weiterhin den Weg der Gottsucher durch die Zeitalter hindurch erleuchtet.